August 2019: Von Selbstläufern und Sorgenkindern

Die Zucchini, Tomaten, Gurken und Paprika gedeihen gut auf dem Luisenhof. Domnica und Andrea haben alle Hände voll zu tun, um die prächtigen Zucchini zu ernten. Die verschiedenen Salate und den Fenchel werdet Ihr in den nächsten Monaten in Euren Kisten finden. Wir pflanzen noch einmal Salat nach, und wenn das Wetter mitspielt und es keinen zu kalten Herbst gibt, werdet Ihr ihn Anfang November auf den Tellern haben.

Unser Sorgenkind auf dem Hof ist der Winterkohl, also Wirsing, Rosenkohl und Rotkohl. Diese Gemüse mögen die Trockenheit und die Hitze nicht. Wie man am letzten Foto gut erkennen kann, ist der Kohl sehr mickrig. Er braucht Regen von oben und kühle Nächte. Wir hacken und pflegen aktuell die Beete und hoffen, dass er sich noch erholt.

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Saatgutwerkstatt Bingenheim: Führung für SoLawis am 13. September

Gerrit Jansen, Koordinator der Region „Hessischer-Main“ des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft, lädt Mitglieder, GärtnerInnen und Landwirte von solidarischen Landwirtschaftsinitiativen der Region „Hessischer-Main“ rund um Frankfurt ein, am 13.9.2019 um 10.30 Uhr an einer Führung durch die Saatgutwerkstatt Bingenheim teilzunehmen.

Die Führung gibt einen Einblick in die Saatgutreinigung, die Saatgut-Diagnostik und in den Versand und die Kommissionierung. Während und nach der Führung können Hintergrundfragen gestellt werden. Was heißt „samenfeste Sorten“ oder „Saatgut ist Kulturgut“? Was hat dies mit Nachhaltigkeit zu tun? Wer ist Eigentümer vom Saatgut? Welche Folgen haben Patente auf Saatgut? Wo und wie wird das Saatgut angebaut und werden die Sorten gezüchtet? Nach welchen Kriterien geschieht dies?
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Hochsommer auf dem Luisenhof

Die Sommer-Fruchtgemüse (Gurken, Zucchini, Tomaten, Paprika, Auberginen) wachsen bei dieser Wärme sehr gut, sie müssen aber täglich bewässert werden, denn der Boden ist schon wieder sehr trocken. Unbeliebt ist diese Witterung bei der Familie der Kohlgewächse.

Für die großen Flächen betreiben wir Getreideanbau – 10 Hektar Weizen und 5 Hektar Roggen – der an die Firma Bauck vermarktet wird. Das Getreide wird „im Lohn gedroschen“, d.h. den Mähdrescher samt Fahrer bestellen wir beim Bodenverband. Bei diesem Wetter wollen natürlich auch die anderen Bauern der Region dreschen, deshalb gibt es ein regelrechtes Gedrängel um die Maschinen. Der Mähdrescher arbeitete sehr schnell, weil er ein breites Schneidwerk hat – eigentlich ist er für uns ein bisschen zu schnell. Wir müssen jetzt viele Wagen bereit stellen, da wir so schnell gar nicht einlagern können. Mit dem Wagen wird das Korn vom Feld geholt und in einen sogenannten Körner-Sumpf gekippt. Von dort wird es ins Silo verfrachtet. Der Zeitpunkt des Dreschens war optimal, denn das Getreide kam trocken genug vom Feld und muss nicht nachgetrocknet werden. Wenn die Nächte wieder kühler sind, wird mit einem Gebläse von unten kalte Luft durch das Getreide gepustet. Es verbleibt bei uns im Silo, bis die Firma Bauck es abholt, irgendwann im Laufe des Winters oder bis zum Frühling.

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Weniger Plastik im Alltag

Heute stellt SoLawistin Katharina den Arbeitskreis „Weniger Plastik“ vor:

Hallo,

wie auf dem letzten Treffen der Solawisten auf dem Luisenhof erwähnt, gibt es im Umfeld einen Arbeitskreis, der sich mit dem Verzicht auf unnötige Dinge aus Kunststoff beschäftigt.

Wir treffen uns seit Anfang 2018 immer am zweiten Montag im Monat. Mittlerweile haben wir so einige gemeinsame Aktionen gemacht und bemühen uns, immer mehr Menschen einzubinden. Dazu gehören sowohl Privatpersonen, die bei unseren Treffen herzlich willkommen sind, als auch Gewerbetreibende etc. Ein paar Aktionen beschreibe ich kurz, damit Ihr eine Vorstellung bekommt, was wir so machen und ob es sich lohnt, mal vorbeizukommen:

Wir haben eigene Gesichtscreme hergestellt, die ohne Mikroplastik auskommt. Wir haben Wachstücher gemacht, die Küchenfolie ersetzen kann – um Käse zu verpacken etc. Wir haben Reinigungsmittel nach verschiedenen Rezepten ausprobiert und können nun auf einige Chemikalien und ihre Plastikverpackung verzichten.

Es gibt einen Teil unserer Gruppe, der sich unter dem Logo „Schöneck-verpackt-net.“ an die Kleingewerbetreibenden unserer Gemeinde gewendet hat. Diese bekommen eine Internetseite und können auch in ihren Läden aushängen, dass sie auf bestimmte Kunststoffverpackungen o.Ä. verzichten.

Ein anderer Teil nahm Kontakt mit unserem Rewe in Kilianstädten auf, wo wir demnächst einen Probetisch und Plakate für die Kunden haben werden, damit sich jede/r informieren kann, wie weit Kunststoff ersetzbar oder vermeidbar ist.

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Impressionen vom Luisenhof

Wie steht’s um das Gemüse? Um diese drängende Frage zu beantworten, zeigen wir Euch heute, wie es auf dem Acker und in den Gewächshäusern aktuell aussieht. Gurken, Tomaten, Bohnen und Zwiebeln können in absehbarer Zeit geerntet werden, auf Zucchini, Möhren und Kürbis müsst Ihr noch ein bisschen warten. (Ein Bild anklicken, dann öffnet sich die Galerie)

Solidarisches Tempo in den Abholstellen?

Liebe SoLawisten,

in der letzten Rundmail wurde der Vorschlag gemacht, dass SoLawis, die sich Anteile teilen, die Teilung aufgrund der beengten Platzverhältnisse außerhalb der jeweiligen Abholstelle vornehmen. Hintergrund waren Beschwerden von SoLawis, denen diese Prozedur gelegentlich zu lange dauert.

Dieser Vorschlag kam bei einigen Mitgliedern nicht gut an, sie meldeten sich per Mail und argumentierten gegen diese Änderung. So schreibt Bettina:

„Anteile teilen, aber hoppla – sind wir nicht eine solidarische Gemeinschaft? Ich bin einige Zeit dabei. Es gibt schnelle Solawisten, Langsame , Unverschämte, Redselige, mit und ohne Anhang, alte Junge, junge Alte etc. Ich habe manchmal lange warten müssen, weil manche überfordert sind, mehrere im Raum waren usw.
Solidarisch heißt für mich, immer wieder abzuwägen, warum etwas so ist wie es ist. (…) Vielleicht sollte man bei der Aufnahme einen Test machen, wie schnell jemand die Waren abgreift. Die Langsamen werden dann einfach nicht aufgenommen. Das ist doch Solidarität – die Schnellen sind unter sich!
Wir erwarten Gemüse mit Qualität, das mit sehr viel Mühe für uns großgezogen wird und wollen in Sekunden unsere Körbe füllen und abhauen?! Dann kann ich auch zu ALDI gehen!“

Eine andere SoLawistin schreibt:

„Ich finde die Aufforderung, den Anteil woanders zu teilen leider ziemlich unsolidarisch in einer eigentlich solidarischen Gemeinschaft. Meine Bekannte könnte nämlich sonst nicht am Solawi teilnehmen, da ihr selbst der halbe Ernteanteil zu viel wäre, wir sind quasi sogar doppelt solidarisch.“

Es sind noch mehr Mails in diesem Sinne eingegangen. Um die Diskussion nicht „hinter verschlossenen Türen“ zu führen, wollen wir mit diesem Text die Diskussion eröffnen und Lösungen finden.

Wir freuen uns auf Kommentare!